IBM lotet mit Mittelstandsstudie den Markt ausQuelle: http://www.it-business.de/index.cfm?pid=2481&pk=303317&nl=1&cmp=newsletter_it-business%20today_16-02-201
Jeder definiert ihn anders. Alle wollen ihn als Kunden. IBM hat ihn in
einer groß angelegten Studie erforscht: den Mittelstand. Bei genauerer
Betrachtung hat sich herausgestellt: Dieser will weiterhin vom Channel
bedient werden, will neue IT-Konzepte statt alte Kostenargumente und
mehr Business Intelligence.
Die Mittelstandsstudie von IBM hört
auf den Namen „Inside the Midmarket: A 2011 Perspective“, ist aber in
erster Linie eine Bestandsaufnahme des Jahres 2010 im Vergleich zum
Krisenvorjahr 2009. Die Marktanalysten bei IBM wollen erkannt haben,
dass sich die strategischen Unternehmensziele seit 2009 stark verändert
haben: So seien IT-Budgets deutlich aufgestockt worden. Auch eine
Änderung im Denken sei erkennbar: Statt Kostensenkung stehe heute die
Kundenorientierung im Fokus. Um ihre Unternehmensziele zu erreichen,
setzen mittelständische Unternehmen verstärkt auf neue Ansätze, Konzepte
und Herangehensweisen, allen voran Cloud Computing und Business
Analytics. „Unsere
Mittelstandsstudie untermauert, dass sich die positive wirtschaftliche
Entwicklung auch auf die Investitionen in Informationstechnologie
niederschlägt“, kommentierte Doris Albiez, Vice President
Geschäftspartner und Mittelstand, IBM Deutschland. „So wollen in diesem
Jahr weltweit mehr als die Hälfte der befragten Mittelständler ihr
IT-Budget erhöhen – noch vor zwei Jahren ging nur jedes fünfte
Unternehmen von steigenden Budgets aus.“ Der Ausdruck „ROI“ Im
Vertrieb gilt es als zeitlos gutes Argument, wenn „der ROI“ passt.
Return on Investment (ROI) als betriebswirtschaftliche Kennzahl zeigt
das prozentuale Verhältnis von Gewinn zu investiertem Kapital an. Der
ROI wird berechnet, indem der Gewinn durch die Kosten geteilt wird und
dient zumeist bei Projekten als Rendite-Evaluierungsverfahren. Soll der
ROI im Voraus berechnet werden, so müssen die anfallenden Projektkosten
und der zu erwartende Gewinn geschätzt werden. Das sagt die
Standardliteratur.
Werden IT-Investitionen im Sinne des ROIs interpretiert, wird statt des
reinen Gewinns mitunter mit Kostenersparnissen gerechnet, manchmal heißt
es auch nur sehr pauschal etwas in der Richtung wie „Die Investition
haben Sie in einem Jahr wieder drin; der ROI passt also.“ Hier wird der
ROI in einem so weiten Sinne ausgelegt, dass konkrete Berechnungen von
großen Unsicherheitsfaktoren geprägt sind. ROI wird in
Verkaufsgesprächen mitunter als Schlagwort benutzt, wenn
Effizienzsteigerung oder Kostensenkung gemeint ist.
Echte Argumente statt Phrasen Diese
Argumentations-Schiene läuft allerdings nicht mehr so rund wie früher.
Das legt zumindest die IBM-Mittelstandsstudie nahe: 2009 beschworen noch
47 Prozent der Befragten, die „operationale Effizienz und
Kostenreduktion“ stehe im Fokus ihrer Ziele. 2010 waren es gerade mal
noch 23 Prozent. Hinzugewonnen haben dafür die Themen Umsatzwachstum,
Kundenorientierung und Innovation. Allerdings basieren diese Zahlen auf
einer weltweiten Erhebung (siehe Kasten: „Über die Studie“). Der
deutsche Mittelstand gilt gemeinhin als unterdurchschnittlich
innovationsfreudig, insbesondere wenn es um tiefgreifende Neuerungen wie
Cloud Computing geht. Fixe zu variablen Kosten Die
Tendenz lässt sich jedoch auf den deutschen Markt übertragen: Im
Mittelstand steigt das Interesse an zukunftsorientierten IT-Konzepten
wie Cloud Computing und Business Analytics. So planen derzeit knapp 70
Prozent der befragten deutschen Unternehmen IT-Projekte zum Cloud
Computing. Entgegen dem Image liegt der deutsche Mittelstand damit sogar
etwas höher als der weltweite Mittelwert. Die Zielsetzung ist weltweit
jedoch dieselbe: Mit der flexiblen IT aus der Cloud wollen Unternehmen
vor allem fixe Kosten für Hardware, Software und Services in variable
Kosten umwandeln. Das entlastet Budgets und schont die
Eigenkapitalquote.
Analyse für das Bauchgefühl Business
Analytics ist ebenfalls zu einem Mittelstandsthema geworden, wobei
dieser Ausdruck vor allem im IBM-Umfeld vorkommt, während andernorts
häufiger von „Business Intelligence“ gesprochen wird. Sowohl weltweit
als auch in Deutschland beschäftigen sich derzeit rund 70 Prozent der
mittelständischen Unternehmen mit solchen IT-Projekten. „Mit Business
Analytics lassen sich intelligente Prozesse aufsetzen, um
Entscheidungsfindungen und operationale Effizienz im Unternehmen zu
verbessern“, definiert der Big-Blue-Konzern, der dazu eigens Firmen wie
Cognos oder SPSS übernommen hat und beispielsweise in Appliance-Form auf
IBM-Hardware vermarktet.  Doris
Albiez nennt ein Beispielprojekt, das ihr persönlich besonders gefallen
hat: Eine Supermarkt-Kette hatte Probleme damit, Kaugummi an männliche
Kunden zu verkaufen. Nach einer Data-Mining-Analyse der Verkaufsbons
legten die Business-Analytics-Berater nahe, die Kaugummis in der Nähe
des Rasierbedarfs zu platzieren. Diese Rechnung ging genauso auf wie das
berühmte Windel-Bier-Bundle für das Wochenende, das Data-Miner nach
einer ähnlichen Analyse vorgeschlagen haben. Der Windel- und Bierumsatz
stieg. Reseller werden IT-Berater Um
sowohl Unternehmensstrategie als auch IT-Konzepte umzusetzen, spielt
laut der IBM-Studie der IT-Dienstleister eine immer wichtigere Rolle.
Mehr als zwei Drittel der befragten mittelständischen Unternehmen gaben
an, dass sie sich in Sachen IT einen beratenden Partner wünschen.
Hierbei gilt: Industriekenntnisse erwartet der Mittelstand von seinem
IT-Partner genauso wie technische Beratung, hohe IT-Kompetenz und
Unternehmensberatung. Die einst klassische Rolle des IT-Dienstleisters
als Reseller von Hard- und Software, der die IT implementiert, genügt
nur noch etwa einem Drittel der befragten Unternehmen.
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