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Zehn typische Fehleinschätzungen zu ITIL |
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Mittwoch, den 04. Mai 2011 um 07:14 Uhr |
Zehn typische Fehleinschätzungen zu ITILQuelle: Computerwelt.AT
Obwohl
ITIL seit Jahren zu einem festen Begriff im IT Service Management
geworden ist, weist der Umgang mit dem Regelwerk laut dem
IT-Dienstleister COC noch viele Missverständnisse auf.
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Für Hans-Peter
Schernhammer, Trainer und Senior Consultant bei COC, können diese
Fehleinschätzungen massive Auswirkungen auf die konzeptionelle
Ausrichtung von ITIL-Projekten haben. "Was falsch verstanden wird, das
wird auch meist falsch genutzt", problematisiert er. "Solche Bedingungen
schaffen falsche Erwartungen und können strategische Fehlentwicklungen
sowie erhebliche Investitionsrisiken erzeugen." Der COC-Consultant hat
aus der Praxissicht die wichtigsten Fehleinschätzungen zu ITIL
zusammengestellt:- Das Regelwerk hat nur eine operative
Ausrichtung: Grundsätzlich ist zu betrachten, dass es sich bei ITIL um
eine strategische Ausrichtung handelt, d.h. es stellt ein
Managementthema dar. Eine Top-Down-Herangehensweise empfiehlt sich,
jedoch sollten die konkreten Prozesse gemeinsam betrachtet und definiert
werden.
- ITIL ist ein Rezeptbuch mit fest definierten Zutaten:
Hinter ITIL verbirgt sich keine Universallösung, die man ohne
individuelle Anpassung über jede Organisation stülpen kann.
Grundsätzlich ist eine Herangehensweise im Rahmen einer
Projektmanagement-Methode zu empfehlen.
- Das Framework
funktioniert nur im Ganzen: ITIL beinhaltet einerseits sehr viel Wissen,
andererseits eine Vielzahl von Prozessen, Funktionen und Phasen. Nicht
alle müssen zwingend entwickelt und implementiert werden. Allerdings ist
es sinnvoll, den Werkzeugkasten zu kennen, eine ganzheitliche
Herangehensweise zu beachten und die eigene Organisation frühzeitig mit
einzubinden.
- Nach der Implementierung kann man die Hände in den
Schoß legen: ITIL endet nicht nach der Einführung. Genauso wie beim
Qualitätsmanagement wird man nicht mit dem Erreichen eines definierten
Grades die Methodik beenden. Grundsätzlich sind Regelgrößen zu
entwickeln, Steuerungsmethoden beizubehalten und fortlaufend sowohl
Prozesse als auch Services zu verbessern.
- Das ITIL-Konzept ist
frei von Rollen und Verantwortungen: Ohne eine Definition von
verbindlich zu erreichenden Zielgrößen, welche in einer Vereinbarung
zugesichert werden, wird man keine Steuerungsgrößen haben. Den
Mitarbeitern der Organisation wird auch nicht das Gefühl vermittelt,
gemeinsam erfolgreich eine vereinbarte Servicequalität zu erbringen und
"an einem Strang" zu ziehen. Insofern müssen klare Rollen und
Verantwortlichkeiten festgelegt werden.
- Implementierte
ITIL-Prozesse funktionieren von ganz allein: Ohne eine durch das
Management vermittelte Zielsetzung wird ITIL ins Leere laufen oder zu
Fehlinterpretationen innerhalb der Organisation führen. ITIL dient dazu,
die Effizienz und Effektivität der Geschäftsprozesse zu optimieren.
Dies setzt aber klare Zielvorgaben des Managements voraus.
- Verbesserungen
stellen sich automatisch ein: Wichtig ist, aus den gewonnenen
Erfahrungen zu lernen und daraus Verbesserungen abzuleiten. In der
Praxis werden häufig Reports erstellt, und es finden Reviews statt –
jedoch werden daraus eigentlich entstehende Potentiale für Optimierungen
zu wenig in Angriff genommen. Die Ursache ist dann zumeist die
mangelnde Einflussnahme der davon betroffenen Unternehmensorganisation.
- SLAs
sind eine statische Angelegenheit: Service Level Agreements beinhalten
immer eine beidseitige Verbindlichkeit. Trotzdem müssen sie flexibel für
Veränderungen sein, weil Organisationen lebendige Strukturen mit
veränderlichen Anforderungen sind. Dafür muss seitens des Service
Managements eine ausgeprägte Sensibilität bestehen, indem es
kontinuierlich mögliche veränderte Leistungserwartungen des Kunden
identifiziert und deren Bereitstellung organisiert.
- ITIL macht
die IT zu einer verlängerten Werkbank: Services mit dem Ziel, einen
Mehrwert für die Geschäftsprozesse zu liefern, können nicht industriell
bereitgestellt werden. Daran ändert auch die Implementierung
ITIL-konformer Prozesse nichts. Im Gegenteil kommt der IT-Organisation
in diesem Fall eine höhere geschäftsstrategische Bedeutung zu. Sie muss
von ihr allerdings auch aktiv wahrgenommen werden, indem sie sich nicht
als reiner Lieferant von Diensten definiert.
- Auf Tools lässt
sich verzichten: Ohne ein geeignetes Tool kann ein Prozess nicht
erfolgreich gelebt werden. Ansonsten wird der Aufwand für Dokumentation,
Bearbeitung und Auswertung bzw. Reporting zu hoch und bürokratisch.
Außerdem eröffnet eine Tool-Unterstützung bessere Möglichkeiten zur
Performance-Steigerung und der Automatisierung von Services. (pi)
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