Lenovo kauft Medion
Quelle: IT-Business
Der chinesische Computer-Riese Lenovo geht zum Shoppen nach Deutschland.
Mit der Medion AG will sich der IT-Konzern etablierte
Vertriebsstrukturen im Consumer-Bereich einverleiben und den Marktanteil
in westlichen Gefilden erhöhen.
Wie Lenovo verkündete, werde man die deutsche
Aktiengesellschaft Medion AG übernehmen. Der Haus- und Hof-Lieferant für
die Supermarktkette Aldi ist eine feste Größe im Consumer-Markt
mit breitem Portfolio. Medion fertigt neben Desktops und Notebooks
verschiedene Multimedia-Geräte und Smartphones. Wenn die Akquisition
über die Bühne gegangen ist, habe man den Marktanteil in Deutschland
verdoppelt und sei dann drittgrößte PC-Company in diesem Markt, rechnet
man bei Lenovo vor. Dem liegt die Einschätzung zugrunde, dass sich die
kombinierten Marktanteile auf 14 Prozent im deutschen und etwa 7,5
Prozent im westeuropäischen PC-Markt summieren werden. Pläne mit Medion Große Pläne mit der zugekauften Marke hat der Lenovo-Konzern insbesondere im Consumer-Segment und im schnell
wachsenden Markt für mobiles Internet, heißt es aus dem Unternehmen.
Während die von IBM-übernommene Think-Reihe bei den Notebooks
insbesondere bei Geschäftskunden beliebt ist, soll das Gesamtportfolio
insgesamt also im Consumer-Bereich aufgestockt werden. Lenovo-CEO
Yang Yuanqing geht es bei der Übernahme vor allem um die bestehenden
Strukturen in den Bereichen Sales, Marketing und Service sowie um die
gewachsenen Retail-Kapazitäten,
auf die zugegriffen werden kann. Dieses „Front End“, so Yuanqing, wolle
man mit Lenovos „Back End“, nämlich den Fertigungs-Kapazitäten und der
effizienten Produktions-Wertschöpfungskette in China kombinieren.
Der Übernahme-Deal Die
Details des geplanten Deals teilte die Medion AG ihren Aktionären in
einer Ad-hoc-Mitteilung mit: Demnach liegt von Lenovo ein öffentliches
Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Medion AG gegen
Barzahlung von 13 Euro je Aktie vor. Dieses Angebot wurde unter dem
Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen sowie dem Erreichen einer
Mindestbeteiligungsschwelle von 51 Prozent des Grundkapitals der Medion
AG ausgesprochen.  Mit
Gerd Brachmann, dem Gründer, Vorstandsvorsitzenden und
Mehrheitsaktionär von Medion in Personalunion, ist man sich schon einig:
Mit Brachmann wurde ein gesonderter Aktienkaufvertrag über „den
aufschiebend bedingten Verkauf von zirka 36,66 Prozent der Aktien der
Medion AG zum Preis von 13 Euro je Aktie vereinbart“, wurde den
Aktionären mitgeteilt. 80 Prozent des Kaufpreises werden Brachmann in
bar und 20 Prozent in Lenovo-Aktien ausgezahlt. Die Übernahme kommt aber
erst rechtswirksam zustande, wenn sich die Kartellbehörden und
restlichen Aktionäre nicht quer stellen – davon ist aber
Marktbeobachtern zufolge nicht auszugehen.
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