Fünf Tipps für Social Software: Wie man Social Software einführtQuelle: www.cfoworld.de
Social Software hilft den Unternehmen, Informationen zu teilen, Experten
zu finden, Projektteams zu vernetzen und Innovation zu generieren. Wer
diese Vorteile nutzen will, fragt sich jedoch: Wie und wo fange ich
idealerweise an? Wie bringe ich die Kollegen dazu mitzumachen? Wie
überzeuge ich die Geschäftsführung davon, mehr Offenheit zuzulassen und
sich selbst einzubringen? Wie sorge ich dafür, dass auch die mittleren
Führungsebenen dabei bleiben und ein Stück Kontrolle abgeben? Hier sind
fünf Antworten auf die dringendsten Fragen.
1. Bottom-up und top-down kombinieren Ohne
das berühmte Buy-in des Managements geht bei der Einführung von Social
Software gar nichts. Idealerweise ist die Geschäftsführung involviert,
aber es kann durchaus auch ein Bereichsleiter sein, der das nötige
Durchsetzungsvermögen hat und den Mehrwert für seine Abteilung sieht. Er
sollte möglichst aktiv mitmachen. Ebenso wichtig sind diejenigen,
die als Leuchttürme vorangehen, bloggen, ein Wiki bearbeiten und sich
vernetzen. Ein erfolgreiches Social-Software-Projekt braucht
Enthusiasten, die für ihr Engagement auch honoriert werden - nicht
zwingend in Cent und Euro; auch Anerkennung und Profilierung als Experte
kann motivieren. So wird die Einführung von Social Software eine
Zangenbewegung, die das ganze Unternehmen langsam und stetig
durchdringt, später vielleicht sogar in der Kommunikation mit Kunden und
Partnern. 2. Einstiegspunkte identifizieren Wer Social Software
einführen will, sollte zunächst Startprojekte identifizieren und schnell
sowie mit nachweisbarem Erfolg umsetzen. Dabei reicht es, zuallererst
die Bereiche zu identifizieren, wo sich der Einsatz besonders schnell
lohnt. Folgende Fragen sind zu stellen: Wo gibt es viele länder- oder
abteilungsübergreifende Projektteams, die eng zusammenarbeiten müssen
und von Social Software profitieren könnten? In welchen Bereichen ist der Austausch von Wissen und Informationen besonders wichtig? Welche Mitarbeiter sind für Social Software besonders offen, nutzen sie vielleicht schon intensiv im Privatbereich? Wer arbeitet bereits mit Insellösungen, zum Beispiel einem Wiki oder einem internen Blog? Typische
Einstiegspunkte für Social Software im Unternehmen sind Communities of
Interest, interne Kommunikation, Marketing oder Innovations-Management
(betriebliches Vorschlagswesen). Wo E-Mail suboptimal ist, Postfächer
überfüllt sind und Wissen intransparent wird, bewirkt Social Software am
meisten. Hier ist deshalb anzusetzen. Und dabei nicht beim File Sharing
stehenbleiben! Social Software ist weder ein neuer File Share, noch
eine Dokumentenverwaltung.
3. Ziele setzen - Erfolge kommunizieren Gerade die Skeptiker stellen schnell die Frage nach dem ROI (Return on Investmen). Eine neue Technik oder ein neuer Prozess muss
immer erst den eigenen Nutzen rechtfertigen. Niemand fragt mehr nach dem
RoI von E-Mail oder Telefon. Aber selbstverständlich muss ein
Social-Software-Enthusiast fähig sein, den Nutzen der neuen IT-Lösung
klar zu machen. Wichtig ist es, die Einstiegsprojekte mit deutlichen
Zielen zu versehen. Will man die Zeit verringern, die für die
Informationssuche aufgewendet wird? Oder gilt es eher, den
Beteiligungsgrad der Mitarbeiter zu messen? Nur wer sich messbare Ziele
setzt, kann auch den Fortschritt ermitteln und Änderungen vornehmen. Wenn
durch Social Software Zeit und Geld gespart wird, transparentes Wissen
wirtschaftlichen Erfolg fördert oder die Kundenzufriedenheit steigt,
müssen diese Erfolge auch verkündet werden. Kommunizieren Sie Ihre
Erfolge und feiern Sie die Social Software-Helden!
4. Integriert arbeiten Eine
der ersten Reaktionen von Anwenderseite lautet: "Bitte nicht noch ein
neues Tool!" Deshalb muss die Social Software in den Arbeitsalltag
integriert werden. Dies ist auch, aber nicht nur eine technische Frage.
Vor allem die nahtlose Integration in das E-Mail-Werkzeug ist ein
wichtiger Faktor. Darüber hinaus sollte man sich, unabhängig von der
jeweiligen Technologie, die typischen Arbeitsabläufe anschauen und
hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit für Social Software bewerten: Wie werden Informationen in den Teams geteilt? Wer arbeitet wie mit wem zusammen? Welche Arbeitsprozesse kosten die meiste Zeit und warum? Es
gilt, die Mitarbeiter schnell vom Nutzen zu überzeugen. Am besten
werden neue Arbeitsweisen und Tools möglichst nahtlos in bestehende
Prozesse und Strukturen integriert. Und besonders hilfreich ist es, dort
anzufangen, wo es in der täglichen Arbeit am meisten weh tut.
5. Bereichsübergreifend zusammenarbeiten Nirgendwo
ist die Zusammenarbeit von Fachbereichen und IT so wichtig wie bei der
Einführung von Social Software. Und dieser Aufruf geht gleichermaßen an
beide Seiten. Ohne Frage achtet die IT bei der Implementierung neuer
Technik eher auf Kosten oder Sicherheit und weniger auf den Umgang der
künftigen Nutzer mit den Tools. Doch bei Social Software verhält es
sich häufig auch andersherum: Die Kollegen in den Fachbereichen bauen
ein Wiki oder nutzen File-Sharing-Dienste, ohne sich groß um Sicherheit
oder Integration zu kümmern. Daher sollte ein bereichsübergreifendes
Team die Einführung planen, geeignete Einstiegspunkte identifizieren und
Ziele festsetzen. Dies garantiert, dass kein wichtiger Aspekt zu kurz
kommt. Nicht immer steht die Förderung der internen Zusammenarbeit
beim Management auf der Agenda ganz oben. Wie die jüngste CIO-Umfrage
der IBM belegt, sind Unternehmen, die konsequent Informationen teilen
und die sich intern sowie extern vernetzen, erfolgreicher als ihre
Wettbewerber. Wer Veränderung, Verbesserung, Transformation oder neue
Geschäftsideen treiben will, wird um eine verbesserte Kollaboration und
Kommunikation mit modernen Werkzeugen nicht herumkommen. Die
Führungskräfte sind dabei in ihrer ureigensten Funktion gefragt: Sie
sollten die Entwicklung zum vernetzten Unternehmen sichtbar anführen.
(Computerwoche) Der Autor ist Market Segment Manager Lotus bei IBM Deutschland.
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